Winterfest: die neuen Gemüsegärten der „Acker-Racker“

klimafairein freut sich mit Kitas und Schule auf das Frühjahr –Info--online-Veranstaltung für Anfang des Jahres geplant

Sie haben die Gärten umgegraben und mit bis zu 30 Zentimeter hohem Laub gemulcht: Die Acker-Racker– ein Projekt, das der klimafairein e.V. gemeinsam mit Acker e.V. in diesem Jahr in drei Kitas und einer Grundschule der Gemeinde Mücke angestoßen hat – haben ihre Gärten winterfest gemacht. Und sie haben gelernt, dass sie selbst jetzt zwar ein kleines Arbeitspäuschen bis zum nächsten Frühjahr haben, die Natur auf ihrem Feld aber fleißig weiterarbeitet, damit das Land im Frühling neu bestellt werden kann.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Kitas in Ruppertenrod, in Sellnrod und Groß-Eichen sowie der Grundschule Oberes Ohmtal vier Einrichtungen gewonnen haben, die ihren Kindern wichtiges Wissen rund um das Wachsen von Lebensmitteln angedeihen lassen wollen – und das nicht nur theoretisch“, freut sich Dr. Sabine Schmalz. Die Biochemikerin betreut gemeinsam mit Marlen Philippi und Helmut Langohr vom klimafairein diesen Bereich des Vereins-Portfolios – eine wichtige Aufgabe, wie nicht nur sie finden, sondern auch die Verantwortlichen in den Einrichtungen: „Alle Leitungen haben sich explizit für eine Kooperation mit uns und Acker e.V. ausgesprochen und sich damit auch selbst verpflichtet, sowohl hinsichtlich finanzieller Anstrengungen als auch praktischer Arbeit“, führt Langohr aus. Dabei werden die Kita-Gruppen und Grundschulklassen gut unterstützt, wie Marlen Philippi hervorhebt: Jede Einrichtung bekommt nach ihrem individuellen Ackerprojekt, abhängig beispielsweise von Größe, Entfernung vom Gebäude, Alter der Kinder oder Anspruch an die Ackerarbeit, eine genaue Anleitung von Acker e.V. Der Verein unterstützt die auf vier Jahre angelegten Projekte nicht nur mit Wissen und Saatgut, sondern auch finanziell.

„Zwei Drittel der Kosten trägt Acker e.V., ein Drittel müssen die Einrichtungen selbst tragen“; so Schmalz. Nach Gesprächen mit Bürgermeister Sommer, der von der Idee begeistert ist, werden die Kitas über ihren Träger, die Gemeinde Mücke, bei der Verwirklichung des Projektes unterstützt. Für die Förderung des Gemüseackers in der Grundschule Oberes Ohmtal hat der klimafairein einen Antrag beim Bundesprojekt Demokratie Leben gestellt. Grundsätzlich sind sich die teilnehmenden Kitas und die Schule einig, dass der Nutzen der Ackerarbeit die Investitionen weit übersteigt: „Die Kinder sehen, wie viel Arbeit es macht und wie viel Zeit es braucht, bis etwas wächst. Sie machen Naturerfahrungen und lernen, Lebensmittel wieder zu schätzen, lernen ihren ursprünglichen Geschmack kennen, und können diese in der Schule und der Kita sogar noch zu einem leckeren Essen verarbeiten – es ist wirklich ein Gesamtpaket, an dessen Ende ein bewusster Umgang mit den Ressourcen stehen kann“, so Schmalz.

Die Hoffnung hinter den Projekten: Während der vierjährigen Projektdauer sollen sich die Äcker der Einrichtung verselbständigen, nach der Anschubhilfe von Acker e.V. also in Eigenverantwortung und selbstfinanziert weiterlaufen. „Langfristig hoffen wir auf einen Grünen Faden von der Kita bis zum Schulabschluss“, so die Vision des klimafaireins. Dazu wird auch das pädagogische Fachpersonal entsprechend intensiv geschult. „Die Begleitung durch Acker e.V. ist hervorragend – jeder kann hier Ackern lernen, und jeder, der Ackern kann, kann etwas dazulernen“, freut sich Schmalz und ergänzt: „Die Bildungsmaterialien sind sehr hochwertig und wirklich sehr gut einsetzbar.“ Auch der klimafairein, zu Beginn des Projekts noch Mittler zwischen Einrichtungen und Acker e.V., lernt viel dazu, so die einhellige Meinung im Team. „Und wir freuen uns darauf, wenn das Projekt dann Fahrt aufgenommen hat. Denn wir machen uns ja schon wieder auf den Weg zu den nächsten Einrichtungen, die ins Acker-Racker-Programm aufgenommen werden möchten.“ so Marlen Philippi. „Wir freuen uns, dass wir mit dieser Bildungsinitiative für nachhaltige Entwicklung Interesse auch über den Vogelsberg hinaus wecken konnten und möchten gerne möglichst viele Einrichtungen damit erreichen.“

Die Themen Gesunde Ernährung, Natur und Umwelt sowie Klimagerechtigkeit sind enorm wichtig für die Zukunft dieser und der nächsten Generation. Daher kooperiert der klimafairein mit dem AZN - Naturerlebnishaus Heideberg aus Kirtorf. Dr. Martin Jatho und sein Team werden gemeinsam mit dem klimafairein in Schulen Aktionstage zum Thema Klimagerechte Ernährung anbieten. „Wir freuen uns sehr, mit dem AZN einen kompetenten Partner gefunden zu haben“, so Schmalz, die betont, dass weitere Kooperationen mit lokalen Akteuren rund um den Acker angestrebt werden: Landfrauen, Imker, Kulturschaffende und viele andere könnten ihre Kompetenz in Kitas und Schulen einbringen, um Klima- und Umweltschutz nachhaltig voranzutreiben. „Wer sich angesprochen fühlt und Lust hat mitzumachen, kann sich direkt bei info@klimafairein.de melden“, ermuntert Helmut Langohr.

Auch Menschen, die die Projekte in den Kitas und Schule begleiten wollen, z.B. als Ackerpaten, werden noch gebraucht: „Wir haben so viele Anfragen, dass wir wirklich händeringend Mitstreitende suchen, die unsere Projekte aktiv mitbegleiten“, heißt es vom Team des klimafaireins. Um die Projekte einem größeren Kreis an Interessierten bekannt zu machen, plant der Verein im kommenden Jahr ein offenes Zoom-Meeting – bei Interesse daran kann man sich heute schon beim klimafairein melden, damit man den Link nicht verpasst.

„Wir freuen uns riesig, dass unser Projekt so gut angelaufen ist“, tun Langohr, Schmalz und Philippi erfreut kund, „denn mit jedem Kind, das Ackerwissen hat und wichtige Naturerfahrungen sammelt, investieren wir in eine bessere Zukunft.“

 

 

Spenden